Über uns

Wir streben die Vernetzung unter deutsch-kurdischen Juristinnen und Juristen an. Kurden stellen in Deutschland einen erheblichen Anteil an der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte dar. Ihre Zahl wird auf etwa eine Million geschätzt.

Wie andere Migranten auch kamen unsere Eltern und Großeltern zumeist als Arbeitsmigranten, sehr viele auch als politische Flüchtlinge. Gemein ist uns allen, dass wir in Deutschland unsere Heimat gefunden haben, einen Raum der Freiheit und des Rechts, in dem wir uns als Individuen frei entfalten können.

Insbesondere die jüngere Generation macht zunehmend von der Möglichkeit Gebrauch, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Kurdischstämmige deutsche Ärztinnen und Ärzte, Ingenieurinnen und Ingenieure, Lehrerinnen und Lehrer, Betriebs- und Volkswirtschaftler sowie Juristinnen und Juristen sind und werden ein zunehmend fester Bestandteil des deutschen gesellschaftlichen Lebens sowie des Arbeitsmarktes.

Als Juristinnen und Juristen deutsch-kurdischer Herkunft fühlen wir uns verpflichtet und sind geradezu dafür prädestiniert innerhalb und außerhalb Deutschlands juristische und menschliche Brücken zu schlagen. Viele von uns verwirklichen dies bereits seit langem auf individueller Ebene. Mit der Gründung der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung e.V. haben wir unsere Energien gebündelt und eine neue, dynamische Plattform für unser Engagement geschaffen. Unsere fachliche und interkulturelle Expertise wollen wir in einer immer vielfältiger werdenden Gesellschaft einbringen.

Wir werden uns für die Zusammenarbeit zwischen der Justiz, der Anwaltschaft und weiteren Institutionen mit rechtlichem Schwerpunkt in Deutschland und Europa und den entsprechenden rechtlichen Institutionen in den mehrheitlich von Kurden besiedelten Regionen im Nahen Osten einsetzen.

In diesen Regionen wollen wir uns für rechtsstaatliche und demokratische Strukturen sowie für Menschen- und Minderheitenrechte einsetzen. In der Türkei bahnen sich nach Jahrzehnten bürgerkriegsartiger Auseinandersetzungen mit vielen Opfern auf beiden Seiten wichtige Entwicklungen an, die eine demokratische Teilhabe des kurdischen Bevölkerungsanteils erstmals realistisch in Aussicht stellen.

Die mehrheitlich kurdisch bewohnten Teile des Iraks und Syriens sind insbesondere durch den Vormarsch der Milizen des sogenannten Islamischen Staates in den Fokus der internationalen Berichterstattung gerückt. Nach Jahrzehnten der Stagnation ist eine starke Dynamik entstanden.

Unabhängig vom jeweiligen Land und der speziellen Situation ist allen Kurden in der Region gemein, dass sie Unterstützung in ihrer demokratisch-rechtsstaatlichen Entwicklung benötigen.

Zudem gilt es, die passenden rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und Unternehmen zu schaffen, um internationale Investitionen in den Regionen attraktiver zu gestalten und somit auch demokratisch-rechtsstaatliche Strukturen zu fördern.

Bei der Umsetzung unserer Arbeit vertreten wir keine strikt vorgegebenen rechtlich-politischen Lösungen. Vielmehr möchten wir juristisches Wissen teilen, dessen Anwendung sich in Deutschland und in Europa bewährt hat. Die Umsetzung soll dabei auf vielfältige Weise erfolgen und umfasst u.a. die Organisation und Fortbildung der Juristinnen und Juristen, die Entwicklung einer effizienten und rechtsstaatlich verfassten staatlichen Justiz und Verwaltung, die Förderung von Juristinnen auf ihrem Weg in nach wie vor männlich geprägten Gesellschaften sowie die Organisation von Austauschprogrammen für junge kurdische Juristinnen und Juristen.

Wichtig für uns sind darüber hinaus die Belange der (Migranten-)Bevölkerung, insbesondere der kurdischen Gemeinde in Deutschland. Deshalb wollen wir fachliche Beiträge zum deutschen und europäischen Asyl- und Ausländerrecht leisten und die Zuwanderungsdebatte mitprägen.

Mitglieder unserer Vereinigung sind Wissenschaftler, Beamte, Rechtsanwälte und Studierende aus dem gesamten Bundesgebiet.

Wer sich von unseren Zielen angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen. Die Deutsch-Kurdische Juristenvereinigung ist offen für alle Juristinnen und Juristen in einer Hochschulausbildung oder mit juristischem Abschluss, gleich welcher Herkunft sie sind.

Wir legen Wert darauf, dass wir parteilich, politisch und wirtschaftlich vollkommen unabhängig sind. Willkommen ist jeder, der unser Anliegen unterstützt und sich zu den Zielen und Werten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bekennt.

5. Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main Samstag, 25 Juli, 2015 - 12:00 Uhr
Gründungsfeier der Deutsch-Kurdischen Juristenvereinigung Samstag, 27 Juni, 2015 - 16:00 Uhr
4. Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main Samstag, 30 Mai, 2015 - 12:00 Uhr
3. Mitgliederversammlung in Bonn Samstag, 4 April, 2015 - 12:00 Uhr
2. Mitgliederversammlung in Köln Samstag, 28 Februar, 2015 - 12:00 Uhr

Genozid an den Êzîden in Şengal jährt sich zum ersten mal

Pressemitteilung 7-2015

Frankfurt am Main, den 03.08.2015

Heute jährt sich der Völkermord an den Êzîdinnen und Êzîden durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" im Sindschar-Gebirge zum ersten mal. Bereits vor einem Jahr waren vor der Schreckensherrschaft der islamistischen Extremisten mehrere hunderttausend Menschen auf der Flucht. Die meisten sind es bis heute... mehr

Türkei tötet Zivilisten und verletzt humanitäres Völkerrecht

Pressemitteilung 6-2015

Fankfurt am Main, den 02. August 2015

Die andauernden Angriffe der Türkei, die fast ausschließlich auf die kurdische PKK und kurdische Siedlungsgebiete geflogen werden, fordern nun definitiv erste zivile Opfer. Bei den Angriffen sollen bisher 260 Menschen getötet und 400 verletzt worden sein. Einem Medienbericht von Spiegel Online... mehr

Erdogan spielt mit dem Feuer: Kurden wollen Frieden

Pressemitteilung 5-2015

Frankfurt am Main, den 27. Juli 2015

Als Reaktion auf den Terroranschlag von Suruc am 20. Juli 2015, bei dem 32 junge Menschen ums Leben kamen, kündigte die türkische Regierung ein energisches Vorgehen gegen terroristische Gruppen an. Während  die gesamte Welt davon ausging, dass türkische Sicherheitskräfte gegen den IS vorgehen würden,... mehr

Anschlag in Pîrsus (türkisch: Suruç): AKP-Regierung trägt Mitschuld

Pressemitteilung 4-2014

Frankfurt am Main, den 20. Juli 2015

Bei dem Anschlag in der nordkurdischen Stadt Pîrsus (türkisch: Suruç) sind mindestens 28 Menschen getötet und etwa 100 Personen verletzt worden. Das türkische Innenministerium sprach von einem „Terroranschlag“. Ersten Hinweisen zufolge gehe der Anschlag vermutlich auf das Konto der radikalislamischen... mehr

Nucleardeal with Iran: Kurds fear ongoing aggressions

Press release 3-2015

Frankfurt am Main, 14th of July 2015

The West celebrates the nuclear deal with Iran as an alleged breakthrough and thereby makes “a historic mistake”, is Kahraman Evsen, chairman of the German-Kurdish Lawyers Association, convinced of. “You can’t trust the Mullah-Regime in Teheran. The 12 million Kurds in Iran experience this... mehr

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